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Berliner Luft geschnuppert

In den Herbstferien stand für den Musikverein Frankenhofen eine viertägige Berlin-Reise auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Heinz Wiese auf dem Programm. Nach zehnstündiger Anreise mit dem Omnibus bezogen die 60 Reiseteilnehmer im Alter von 10 bis 65 Jahren ihr Quartier in Berlin-Mitte am Alexanderplatz gleich unterhalb des Berliner Fernsehturms, dem höchsten Bauwerk Deutschlands.
Am Freitag besuchten wir den Reichstag. Bei einem kurzweiligen Informationsvortrag auf der Besuchertribüne des Bundestags erfuhren wir was ein „Hammelsprung“ ist. Demnächst erwartet man im Reichstag den vierzigmillionsten Besucher.
Der Bundesadler im Plenarsaal misst eine Fläche von 56 Quadratmeter und wiegt 2,8 Tonnen, war zu erfahren. Auch ist es notwendig, für die Bundesversammlung bei der Wahl des Bundespräsidenten die Sitzplätze im Plenarsaal zu erhöhen, da neben den Mitgliedern des Bundestags die gleiche Anzahl an Volksvertretern wahlberechtigt ist. Schmunzeln konnten die Besucher bei der Feststellung, dass im schlimmsten Fall bei zu langen Reden im Plenarsaal den Abgeordneten sogar das Mikrofon abgeschaltet wird.
Eine dreistündige Stadtführung am Nachmittag führte uns vorbei an Sehenswürdigkeiten, Kuriositäten und bekannte Kneipen der Stadt Berlin. So besuchten wir das verbliebene Mauerstück an der Spree, die „East Side Gallery“, mit seinen berühmten Graffiti-Malereien, wie den Bruderkuss von Leonid Breschnew und Erich Honecker. Die Stadtführerin dankte den Schwaben für die jährliche „finanzielle Unterstützung“ durch die südlichen Bundesländer. „Ich würde alle zwei Jahre nach Berlin kommen, um zu sehen, was mit dem Geld gemacht wird“, so die Stadtführerin.
Am Samstag fuhr die Reisegruppe von der Alb zur „Gedenkstätte Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße. Die einstündige Führung machte den älteren, aber vor allem auch den jüngeren Älblern deutlich, welche Energie das SED-Regime der DDR aufgewendet hatte, um den „antifaschistischen Schutzwall“ zu errichten und aufrecht zu erhalten. Sichtlich berührt waren die Jüngeren der Reisegruppe, die die Zeit des „kalten Krieges“ nicht mehr erlebten, dass auch Kinder bei der Flucht aus der DDR in die BRD unter den 138 bekannten Todesopfern sind.
Am Nachmittag und vor allem nachts wurde die Hauptstadt erkundet. Jeder hatte die Möglichkeit, sich seine Ziele selbst auszuwählen. Jeder genoss es auf seine Art.
Mit Busfahrer Wolfgang Stiehle hatten wir einen wahren Berlin-Kenner am Steuer. Es schien so, als ob er täglich durch die Metropole fährt und jeden Winkel kennt. Jedenfalls brachte er uns wohlerhalten und gut gelaunt am Sonntagabend wieder zurück.